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By Jürgen Hartmann

Das politische procedure Russlands steht im Mittelpunkt dieses Buches. Beginnend mit einer Rückschau auf die historischen Wurzeln des heutigen Russlands im Zarenreich und in der Sowjetunion, schildert es anschließend die politische Kultur, stellt das Regierungssystem vor und wendet sich ausführlich den Herrschaftspraktiken und den wichtigsten politischen Akteuren zu. Es ist üblich, Russland im Vergleich mit den westlichen Demokratien zu bewerten. Dieses Buch wählt eine andere Perspektive: Russland als einer neben anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Der zweite Teil dieses Buches enthält Kurzporträts weiterer postsowjetischer Staaten, im einzelnen der Ukraine, Weißrusslands sowie der Staaten des Kaukasus und Zentralasiens.​

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Im Politbüro und im ZK-Apparat durften sich alle Sektoren einbringen und um Budgetanteile ringen: Schwerindustrie, Konsumgüterindustrie, Landwirtschaft, Armee und Kultur. Konsens war Trumpf. Dass die Einigung stets auf den größten gemeinsamen Nenner hinauslief und im Laufe der Jahrzehnte die Ressourcen überforderte, stand auf einem anderen Blatt. Wichtig daran für das nachsowjetische Russland: Das Eigenleben der Apparate drang neben dem Primat der Partei in die Herrschaftspraxis ein. Hinter diesen Schritt sollte die politische Entwicklung auch dann nicht mehr zurückfallen, als die Parteiherrschaft entfiel und das postsowjetische Russland entstand.

Die Idee einer kollektiven Führung, wie sie von der Ideologie und vom Parteistatut propagiert wurde, blieb dabei auf der Strecke. Stalins Regime entsprach – in den Hülsen kollektiver Institutionen – dem Typus neopatrimonialer Herrschaft, wie er auch viele autoritäre Systeme der Gegenwart kennzeichnet. Es fußte zwar auf Bürokratie und war insofern institutionalisiert, als in den Spitzen der Bürokratie, die sich mit dem Übergang zur Planwirtschaft zur Wirtschaftsbürokratie erweiterte, Stalin persönlich ergebene Funktionäre untergebracht waren.

Deshalb müsse vor allem die Schwerindustrie gefördert werden. Dies lasse sich aber nicht mit Anreizen und im Einklang mit den Interessen der bäuerlichen Produzenten erledigen. Vielmehr hatten die Bauern als selbständig wirtschaftende Subjekte zu verschwinden. In Analogie zum Industriearbeiter sollten sie disziplinierte Landarbeiter werden und staatlich vorgegebene Produktionsziele erreichen, darunter als Kardinalauftrag die Ernährung einer wachsenden Industriearbeiterschaft. Die für das Industrialisierungsprojekt benötigten künftigen Arbeiter konnten nur vom Lande kommen.

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